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Aylin aus Hamburg, Adolph-Schönfelder-Straße schrieb am 19. Juni 2022 um 15:38
Liebes Team, es war ein sehr schönes musikalisches Event an der Schule meiner Tochter! Jedoch wäre es für die Zuschauer auch spannend gewesen, zu erfahren, auf welcher Sprache das jeweilige Lied gesungen wird. Afrika ist ein riesiger Kontinent, da kommt es zu kurz, wenn man einfach sagt, es sind afrikanische Lieder. Was mir nicht so positiv aufgefallen ist, ist die EInführung im Booklet der CD. Da schreibt Johnny Lamprecht, dass er in seiner Lieblingsstadt Kapstadt, in seinem Lieblingsrestaurant durch einen kongolesischen Parkwächter, dem er Trinkgeld gegeben hat, einige Worte Lingala gelernt hat. Ich finde, das klingt ein wenig, wenn auch vielleicht nicht gewollt, von oben herab, hat einen gewissen kolonialistischen Touch. Die Beschreibung klingt nicht als wenn sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen, sondern ein reicher weißer Mann, einem armen schwarzen Parkwächter hilft.
Administrator-Antwort von: Burkhard Redeski
Vielen Dank für diese Rückmeldung. Es freut uns, dass Ihnen und Ihrer Tochter das Trommeln Freude gemacht hat. Die Frage danach, warum wir bei unseren Geschichten viele komplexe Zusammenhänge vereinfacht darstellen, obwohl Afrika ein so vielfältiger und komplexer Kontinent ist, wird uns häufiger gestellt. Darum möchte ich darauf gern eingehen: Wenn wir die Kinder erreichen möchten, braucht es eine Klarheit und Reduktion auf den Kern, die sehr von einer erwachsenen Betrachtung abweicht. Wir sprechen von Afrika und unserem Fanatasiedorf Tamborena, weil wir nicht die Wirklichkeit erklären möchten, sondern weil wir die Kinder mit den Botschaften der Lieder aus ganz unterschiedlichen Quellen stark machen möchten. Darum ist es interessant, wie Sie die Geschichte aus Kapstadt deuten: Denn nicht der Mann aus Europa hilft einem Parkwächter aus Kapstadt, sondern der Parkwächter hilft dem Mann aus Europa. Es ist die Frage, wen man als Subjekt und als Objekt sehen möchte. Und jede und jeder, der Trommelzauber kennt weiß: Die Hauptfarbe, die soziale Herkunft, die Religion oder die Nationalität unterscheiden Menschen ganz offensichtlich - das wird niemand bestreiten-, aber wir möchten mit unserer Arbeit klar machen, dass diese Unterscheidungen keine Bedeutung haben.
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